About

„It’s the end of the world as we know it, and I feel fine“ — so sang R.E.M. 1987 — und es klingt noch immer wahr. In diesen turbulenten Zeiten wurde mir in Erinnerung gerufen, dass „die Welt nicht untergehen wird“ — und ich denke, wir sollten daran festhalten. Die Menschheit mag zugrunde gehen, oder auf eine urgeschichtliche Existenz aus Stöcken und Steinen zurückgeworfen werden — wie Einstein spekulierte, könnte der Dritte Weltkrieg nuklear sein, sodass der Vierte Weltkrieg mit nichts als Stöcken und Steinen ausgefochten werden müsste — und eine verödete nukleare Einöde hinter sich lassen. Doch die „Welt“ selbst wird weitergehen. Selbst nach dem verheerendsten Meteoriteneinschlag oder einem durch künstliche Intelligenz ausgelösten apokalyptischen Krieg mag das Pflanzenleben irgendwann zurückkehren, und die winzigen Überreste überlebender Insekten und Lebewesen werden sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Materie, und irgendeine — so klein oder unbedeutend sie auch sein mag — Form des Lebens wird einen Weg finden zu bestehen.

Die Menschheit als Ganzes vergisst, oder erlischt still an einem abgelegenen Ort, und wir sind gezwungen, verlorene Zivilisationen Jahrtausende später neu zu entdecken — begraben unter Dschungelpflanzen wie Angkor Wat in Kambodscha. Wir können nur spekulieren, wie die Pyramiden, Stonehenge oder die Moai der Osterinsel erbaut wurden, weil wir den Faden zu jenem Strang der Geschichte verloren haben.

Diese Skulpturen sprechen ebenfalls von dieser Diskontinuität — einer Diskontinuität der Erinnerung und des Wiedergebrauchs. So unlogisch es erscheinen mag, einem Objekt eine rein ästhetische Funktion zuzuweisen, ist es wohl eine Art des Vergessens: umnutzen, wiederverwenden, die Vergangenheit loslassen. Wir mögen den entfremdeten Gebrauch eines Objekts erkennen, eine vage Vorstellung von seiner früheren Bestimmung haben — oder völlig im Dunkeln tappen. Für mich geht es darum, der Geschichte — in welcher deutenden Form sie sich auch zeigen mag — Raum zur Reflexion zu geben. Mögen diese Figuren, wenn nichts anderes, das vollbringen, was sich jene Musiker vorgenommen hatten, die auf dem sinkenden Deck der Titanic weiterspielten.